» Idsteiner Zeitung 2. April 2001
Idsteiner Zeitung 2. April 2001
Lieder aus der Tiefe der Seele
Erste Idsteiner Gospelnacht mit drei Chören in der Unionskirche
Vom 02.04.2001
rr. IDSTEIN - Hören, sehen und erleben. Gesänge aus einer anderen Zeit und einer anderen Welt, die einen gewaltigen inneren Spannungsbogen beschreiben. Fremd für europäische Ohren, aber dennoch magisch anziehend. Diesem Ruf folgten am vergangenen Samstag zahlreiche Musikfreunde. Die Evangelische Kirchengemeinde Idstein hatte zur ersten Gospelnacht in die Unionskirche eingeladen und die Kirchenbänke füllten sich zur Freude der Veranstalter gut.
Das Programm gestalteten der Gospelchor Idstein, der Gospelchor der Lukasgemeinde Wiesbaden und die Gospelpruppe d er Katholischen Kirchengemeinde Maria Königin Niedernhausen. Bereits beim Einzug der drei Chöre in die Kirche sangen, klatschten und wippten die Besucher zu "Masithi" und "Heaven is a wonderful place" mit.
Fröhlich ging es dann weiter beim ersten Auftritt des Gospelchores Idstein unter der Leitung von Karlheinz Theobald. "Down by the riverside", "Swing Low" oder "I will follow him" mit einem Solo von Uli Herz: Das Repertoire des erst vor einem halben Jahr gegründeten Chores kann sich hören und sehen lassen. Denn inzwischen zählt der Chor 50 aktive Sänger!
Während amerikanische Gospels die Zeit der Sklaverei im 19. Jahrhundert beschreiben, Stimmungen und Lebensgefühl der Farbigen ausdrücken, seien Spirituales eher Passionslieder, erklärte Pfarrer Dieter Frey. "Ihre Seele schreit uns in jedem Lied entgegen". So war es auch kein Zufall, dass der Termin für die erste Gospelnacht exakt zwei Wochen vor Ostern gelegt wurde.
Denn Spirituales sind klare Gesänge, Trauergesänge und haben Bezug zur Osterzeit, erzählen von der Befreiung der Fesseln auf dieser Welt. Temperamentvoll und mit viel Schwung präsentierten sich dann die Niedernhausener. Die zwölfköpfige Truppe unter der Leitung vom Helmut Keßler hat sich auf afrikanische Gospels spezialisiert. "Jambo Bwana, guten Tag", die Zuhörer ließen sich gerne und schnell von der Fröhlichkeit dieser Gesänge mitreißen Bei "Tu sais que Jesus t'aime", abwechselnd auf französisch und deutsch dargeboten, stimmten schnell viele Kehlen mit ein. Schöne Solos auch hier bei "My Lord what a morning" vom Chorleiter selber und Pierre Adrien.
Da war so mancher gespannt auf den Auftritt des Wiesbadener Gospelchores. Wieder eine ganz andere Richtung: Die 24 Sängerinnen und Sänger, die sich vor anderthalb Jahren unter der Leitung von Matthias C. Müller formierten, sangen moderne amerikanische Gospels wie "My Live is in your Lord" oder "Shine your Light", ebenfalls mit schönen Solis von Beatrix Lieser und Mathias Budau. In ihrem musikalischen Handgepäck hatten sie aber auch Traditionals wie "Go down Moses" oder "Josua fit the Battle", die die Gospelfans dermaßen begeisterten, dass sie schon vor der Pause eine Zugabe forderten. Auch der zweite Teil konnte sich hören lassen. Klassiker wie "Amen" oder "Amazing Grace" hatten genauso ihren Platz wie weniger bekannte Stücke.
Eintritt verlangte die Kirchengemeinde für diese gelungene Premiere nicht. "Aber wir wären nicht Kirche, wenn wir nicht um eine Spende bitten würden", meinte Frey mit einem Augenzwinkern. Ein Teil der Kollekte wird für die Belange des Gospelchores verwendet, der Rest geht an die afrikanische Partnergemeinde in Moshi/Tansania.
Artikel aus der Idsteiner Zeitung
Erste Idsteiner Gospelnacht mit drei Chören in der Unionskirche
Vom 02.04.2001
rr. IDSTEIN - Hören, sehen und erleben. Gesänge aus einer anderen Zeit und einer anderen Welt, die einen gewaltigen inneren Spannungsbogen beschreiben. Fremd für europäische Ohren, aber dennoch magisch anziehend. Diesem Ruf folgten am vergangenen Samstag zahlreiche Musikfreunde. Die Evangelische Kirchengemeinde Idstein hatte zur ersten Gospelnacht in die Unionskirche eingeladen und die Kirchenbänke füllten sich zur Freude der Veranstalter gut.
Das Programm gestalteten der Gospelchor Idstein, der Gospelchor der Lukasgemeinde Wiesbaden und die Gospelpruppe d er Katholischen Kirchengemeinde Maria Königin Niedernhausen. Bereits beim Einzug der drei Chöre in die Kirche sangen, klatschten und wippten die Besucher zu "Masithi" und "Heaven is a wonderful place" mit.
Fröhlich ging es dann weiter beim ersten Auftritt des Gospelchores Idstein unter der Leitung von Karlheinz Theobald. "Down by the riverside", "Swing Low" oder "I will follow him" mit einem Solo von Uli Herz: Das Repertoire des erst vor einem halben Jahr gegründeten Chores kann sich hören und sehen lassen. Denn inzwischen zählt der Chor 50 aktive Sänger!
Während amerikanische Gospels die Zeit der Sklaverei im 19. Jahrhundert beschreiben, Stimmungen und Lebensgefühl der Farbigen ausdrücken, seien Spirituales eher Passionslieder, erklärte Pfarrer Dieter Frey. "Ihre Seele schreit uns in jedem Lied entgegen". So war es auch kein Zufall, dass der Termin für die erste Gospelnacht exakt zwei Wochen vor Ostern gelegt wurde.
Denn Spirituales sind klare Gesänge, Trauergesänge und haben Bezug zur Osterzeit, erzählen von der Befreiung der Fesseln auf dieser Welt. Temperamentvoll und mit viel Schwung präsentierten sich dann die Niedernhausener. Die zwölfköpfige Truppe unter der Leitung vom Helmut Keßler hat sich auf afrikanische Gospels spezialisiert. "Jambo Bwana, guten Tag", die Zuhörer ließen sich gerne und schnell von der Fröhlichkeit dieser Gesänge mitreißen Bei "Tu sais que Jesus t'aime", abwechselnd auf französisch und deutsch dargeboten, stimmten schnell viele Kehlen mit ein. Schöne Solos auch hier bei "My Lord what a morning" vom Chorleiter selber und Pierre Adrien.
Da war so mancher gespannt auf den Auftritt des Wiesbadener Gospelchores. Wieder eine ganz andere Richtung: Die 24 Sängerinnen und Sänger, die sich vor anderthalb Jahren unter der Leitung von Matthias C. Müller formierten, sangen moderne amerikanische Gospels wie "My Live is in your Lord" oder "Shine your Light", ebenfalls mit schönen Solis von Beatrix Lieser und Mathias Budau. In ihrem musikalischen Handgepäck hatten sie aber auch Traditionals wie "Go down Moses" oder "Josua fit the Battle", die die Gospelfans dermaßen begeisterten, dass sie schon vor der Pause eine Zugabe forderten. Auch der zweite Teil konnte sich hören lassen. Klassiker wie "Amen" oder "Amazing Grace" hatten genauso ihren Platz wie weniger bekannte Stücke.
Eintritt verlangte die Kirchengemeinde für diese gelungene Premiere nicht. "Aber wir wären nicht Kirche, wenn wir nicht um eine Spende bitten würden", meinte Frey mit einem Augenzwinkern. Ein Teil der Kollekte wird für die Belange des Gospelchores verwendet, der Rest geht an die afrikanische Partnergemeinde in Moshi/Tansania.
Artikel aus der Idsteiner Zeitung

